Das Projekt

Die Sommer-Floßtour war ein Projekt von Heinz Ratz und seiner Band ‚Strom und Wasser’: Fluchtschiff - Die große Sommer-Floßtour 2014 für und mit Flüchtlingsfrauen.

Women in Exile & Friends war mit Aktivistinnen mit oder ohne Fluchthintergrund dabei. Unser Aufruf: Flüchtlingsfrauen werden laut!

Informationen über die Arbeit von Women in Exile & Friend und über aktuelle flüchtlingspolitische Ereignisse aus feministischer Perspektive: http://women-in-exile.net/

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20.08. Minden: …Während ich schreibe, sehe ich die glücklichen Gesichter vor mir…

14972814596_1dc5cc50f2_mAuch diesmal wieder ein Gastbeitrag, heute von Elisabeth Schmelzer aus Minden. Viele wunderschöne Fotos von ihr gibt es hier.

Liebe Freunde und Freundinnen,

am Mittwoch haben 130 Menschen am Mittellandkanal in Minden den Flüchtlingsfrauen einen warmherzigen Empfang bereitet. Zuvor waren Drachenboote, Radfahrer und Läufer aufgebrochen, um die Flüchtlingsfrauen an die Anlegestelle zu begleiten. Auf den Brücken standen Sympathisantinnen mit Banner. Die Frauengruppe um Heidi Bierbaum hielt Willkommensplakate hoch. Unter tosendem Ablauf und der Skalierung: Herzlich Willkommen in Minden fuhren die Boote ans Ufer. Nachdem die Flöße angelegt hatten, stimmten Susanne Schnake und ich ganz spontan die Ode zur Freude von Beethoven an und viele Menschen am Kanalufer sangen mit.
„Fluchtschiff“ heißt die Aktion und „Flüchtlingsfrauen werden laut“ ihre Botschaft. Seit Mitte Juli sind zwei Flöße mit dieser Botschaft auf dem Main, dem Neckar, auf dem Rhein abwärts und schließlich mit dem Mittellandkanal bis nach Berlin unterwegs, um auf die besondere Situation von Flüchtlingsfrauen aufmerksam zu machen. Am 20.August kamen sie in Minden am Mittellandkanal an.
Es folgte eine warmherzige Begrüßung, Grußworte von der Organisatorin und vom Gastgeber der Unterkünfte Manuel Schilling von der St.Marien Gemeinde.
Bei Essen und Trinken kam man sich schnell näher. Eine harmonische, fröhliche Stimmung durchzog die Willkommen Veranstaltung und schwirrte beschwingt durch die Stunden am Vereinshaus Mindener Drachenboot Club. Der Vorsitzende Peter Wanek und seine Mitglieder haben durch gute Laune, tatkräftige und materielle Unterstützung dazu beigetragen, dass sich alle wohlgefühlt haben. Die Gruppe vom Wittekindshof versorgte vergnügt alle Gäste mit Kartoffelsalat und Würstchen. Für Veganer gab es die Suppe der Vielfalt. 20 kg Gemüse und 10 kg Kartoffeln hatten am Abend zuvor Julia Wochner, Susanne Schnake, Bernd Fiedler und ich geschnippelt. Mit Kaffee, Tee, kalte Getränke wurde der Durst gelöscht.
Besonders glücklich hat es uns gemacht, dass 18 Frauen und Männer aus dem Heim in Kleinenbremen dabei waren und anschließend mit ins Konzert in Hamburger Hof genommen wurden.Möglich war dies durch den Fahrdienst von Gesine Frank, Irene Konrad, Susanne Schnake, Tanja Behring, Christian Kaupmann, Oliver Hallmann,Gerhard Büsching. Aus Bierde waren Flüchtingsfrauen mit Heide Kohns und Dorothea Rohlfing gekommen und aus Detmold.hat Norbert Koch 23 Unterstützer mitgebracht.
Die Organisation für den Willkommens Empfang war eine Herausforderung, weil wir nur 9 Tage Zeit hatten. Motivation haben uns alle Unterstützer gegeben, die ohne zu zögern ihre Hilfe angeboten haben. Berührt hat uns der Besuch im Flüchtlingsheim. Großen Respekt haben wir vor dem Engagement der Eheleute Christiane und Hartmut Haselau, die sich liebevoll um die 80 Bewohner kümmern und alles ermöglichen, um ihnen den Aufenthalt zu erleichtern. Erschüttert hat uns, wie viele Menschen verschiedener Kulturen auf engstem Raum zusammen leben. Oft sind sie schon Jahre hier. Sie leiden unter dem Nichtstun. Gerne würden sie arbeiten. Unverständlich ist uns, warum es keine Sozialarbeiterin oder Sozialarbeiter von der Stadt Porta für das Heim gibt. Umso mehr hat uns gefreut, dass es am Nachmittag ein Kinderprogramm gab, Gespräche von Frau zu Frau geführt wurden, die Männer offen über ihre Probleme sprechen konnten und die Einladung für die Abendveranstaltungen angenommen wurde.
Weil die Eheleute Haselau verreist waren, habe ich die Organisation für die Programme und den Transfer im Flüchtlingsheim von 13-16 Uhr übernommen. Dann kam Gesine Frank vom Verein Hilfe für Flüchtlinge.

Während ich schreibe, sehe ich die glücklichen Gesichter vor mir und sehe Männer und Frauen gemeinsam am Tischkicker bei Mehdi, sehe sie losgelöst Reggae tanzen und das harmonische Zusammensein aller Kulturen am Kanal.
Aber ich sehe auch das Gesicht der Frau, die Nacht für Nacht nach Angaben der Heimbewohner geschlagen werden soll.
Ihre Schreie sollen demnach durch das ganze Heim hallen. Das Sozialamt der Stadt Porta ist angeblich darüber informiert. Nach meinen Informationen ohne Reaktion. Das macht mich so unendlich traurig und betroffen. Flüchtlingsfrauen werden laut, ist das Motto der Tour, aber Hilfeschreiende, schmerzvolle Laute sollten mit allen Mitteln, die den Behörden zur Verfügung stehen, sofort verhindert werden.

Am Rande der Veranstaltung gab es weitere organisatorische Aufgaben. Lebensmittel für die Weiterfahrt wurden in der Geschäftsstelle von GreenFairPlanet abgeholt. Gespendet von Davert, Rapunzel, Lebensbaum, Allos, Sonnentor, Arche und GreenFairPlanet. Mit diesen Produkten werden die Frauen bis Berlin verwöhnt.
Kathrin & Elisabeth
Wir danken allen, die uns unterstützt haben. Ohne euch wäre dieser bewegende, bereichernde Tag nicht möglich gewesen.
Samstag fahren wir mit Hartmut Karge nach Kleinenbremen. Er hat Poster und Fotoalben für alle zur Erinnerung an den 20.August 2014 angefertigt. Bei Kaffee, Tee und Kuchen werden wir in Erinnerung schwelgen.
Für das Essen am Vereinshaus wurden 65.34 Euro gespendet, die wir dem Verein Hilfe für Flüchtlinge in Porta Westfalica – Kleinenbremen übergeben. Es wäre schön, wenn dieser Betrag noch von euch erhöht wird. Bankverbindung siehe unten – Verwendungszweck: Hilfe für Flüchtlinge Kleinenbremen.

Mein Lächeln für euch
Elisabeth für das gesamte Team von GreenFairPlanet

1 comment to 20.08. Minden: …Während ich schreibe, sehe ich die glücklichen Gesichter vor mir…

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