Das Projekt

Die Sommer-Floßtour war ein Projekt von Heinz Ratz und seiner Band ‚Strom und Wasser’: Fluchtschiff - Die große Sommer-Floßtour 2014 für und mit Flüchtlingsfrauen.

Women in Exile & Friends war mit Aktivistinnen mit oder ohne Fluchthintergrund dabei. Unser Aufruf: Flüchtlingsfrauen werden laut!

Informationen über die Arbeit von Women in Exile & Friend und über aktuelle flüchtlingspolitische Ereignisse aus feministischer Perspektive: http://women-in-exile.net/

Unterstützt uns! / Support us!

Wenn du an unserer Arbeit interessiert bist oder uns unterstützen willst, melde dich doch einfach!

Email:
info@women-in-exile.net

Geldspenden:
Spenden-Konto:
Women in Exile e.V.
Konto-Nr: 1152135400
BLZ: 430 609 67 (GLS Bank)
IBAN: DE21430609671152135400
BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank)
Spendenquittung für Einmalspenden bis 200 € hier.

Meta

„Ich sollte erst einen Krankenschein holen“

demo_asylblg_nov2010„Ich sollte erst einen Krankenschein holen“,
hatte im April diesen Jahres eine verzweifelte asylsuchende Mutter in Hannover der Bildzeitung über die letzte Stunde ihres einen Monat alten Babies berichtet. Wenige Stunden später war das Baby tot.
Der Flüchtlingsrat Niedersachsen kommentierte: „Eine Aufnahme im Krankenhaus wäre höchstwahrscheinlich ohne Probleme erfolgt, wären Mutter und Kind in einer regulären gesetzlichen Krankenversicherung versichert gewesen.“

Im April wurden aufgrund einer Strafanzeige der Mutter Ermittlungen begonnen und wir nehmen unseren Besuch in Hannover zum Anlass in Erfahrung zu bringen, welches Ergebnis sie hatten:
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen Anfang Juni eingestellt, weil nicht mehr festzustellen ist, ob die Klinikmitarbeiter gegen Strafrecht verstoßen haben. (taz 03.06.2014)

Die niedersächsische Landesregierung lässt aufgrund dieses Todesfalles prüfen, inwiefern sich „als Ersatz für die bisher auszugebenden Behandlungsscheine eine elektronische ‚Behandlungskarte’ zur Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen“ eignen könnte (Sozialministerin Cornelia Rundt am 25.06.2014).

Die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen ist im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Dieses Sondergesetz für Flüchtlinge regelt, dass Flüchtlinge nur bei „akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen“ behandelt werden dürfen. In der Praxis prüft das Sozialamt, ob ein Krankenschein überhaupt ausgegeben werden muss, und stellt dann ggfs. einen Krankenschein aus. Die Verzögerung einer notwendigen medizinischen Behandlung sei daher, so der Flüchtlingsrat Niedersachsen, eher die Regel als eine Ausnahme – mit allen negativen Folgen. Eine Bürokratie, die oft lebensbedrohlich ist. So berichtete der Flüchtlingsrat Bayern „Leonardo Petrovic – beinahe zu Tode verwaltet“: MitarbeiterInnen der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Zirndorf waren am 15.04.2014 zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie 2011 dem todkranken kleinen Leonardo nicht rechtzeitig geholfen hatten. Leonardo hat nur knapp überlebt – mit bleibenden gesundheitlichen Folgen.

Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den betroffenen Eltern – unsere Wut richtet sich gegen Gesetze, die solche Situationen hervorrufen.
Auch deshalb fordert Women in Exile gemeinsam mit zahlreichen anderen: Das Asylbewerberleistungsgesetz muss weg!

Leave a Reply

  

  

  

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>